Das Konferenzzentrum der Kenyatta Universität  bietet Platz für 200 Personen. Am Mittwochnachmittag waren alle Plätze schon lange vor Beginn der Veranstaltung besetzt, und viele mussten bei hochsommerlichen Temperaturen von draußen zuhören.

Angekündigt war der DAAD-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee: er besuchte die Kenyatta University in Nairobi, traf sich mit der Hochschulleitung VC Prof. Wainaina, Direktoren und Dekanen und überzeugte sich von den guten Kenntnissen der Bachelorstudierenden in der Deutschabteilung. Zudem hielt er einen Vortrag zu "What's next? Die Zukunft der afrikanisch-deutschen Zusammenarbeit im Hochschulbereich" vor Studierenden, DAAD-Alumni, Dozenten und Interessierten auch anderer Hochschulen im Umkreis von Nairobi.

DAAD-Präsident Prof. Mukherjee mit Prof. Paul Wainaina, VC der Kenyatta University

Prof. Mukherjee, der dieses Ehrenamt nach achtjähriger Tätigkeit als Vizepräsident des DAAD seit Januar 2020 innehat, stellte den strategisch ganzheitlichen Ansatz für den DAAD inmitten eines gemeinsamen Europas vor und bekannte sich klar zur Partnerschaft zwischen Deutschland und dem afrikanischen Kontinent.

"Deutsche Universitäten interessieren sich zunehmend für Afrika südlich der Sahara und insbesondere für Kenia. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, über "What’s next" nachzudenken. Wie können wir die deutsch-afrikanische Zusammenarbeit im Hochschulbereich auf die nächste Ebene bringen?“

Gemeinsame Forschungsprojekte und -umgebungen durch eine institutionelle Förderung transnationaler Projekte sind ein Weg, auf die der DAAD sich mehr konzentrieren möchte. Die individuelle Mobilität (Stipendien) und der Austausch laufen sehr gut. Der nächste Schritt sind mehr Hochschulpartnerschaften auf Augenhöhe. Gute Beispiele hierfür sind die zehn bereits bestehenden Fachzentren mit Exzellenzanspruch auf dem afrikanischen Kontinent, davon zwei in Kenia an der Moi Universität und an der Taita Taveta. Der DAAD bemüht sich, die Zahl der Fachzentren zu erhöhen, um dadurch Vernetzung und Capacity Buildung zu intensivieren.

Prof. Mukherjee, der auch Sprachwissenschaftler und Präsident der Universität Gießen ist, betonte, dass der DAAD in seiner neuen Strategie bis 2025 vorsieht, Elemente der Digitalisierung stärker in die Hochschulzusammenarbeit einzubringen. Kenia mit dem digitalen Know-How kann dabei Vorreiter sein; Deutschland und Europa  können in diesem Bereich von Afrika lernen. DAAD-Stipendiaten im Sur-Place und Drittlandprogramm profitieren bereits regelmäßig von E-Ressourcen-Schulungen, um sie für die Nutzung digitaler Bibliotheken zu qualifizieren, die für afrikanische Wissenschaftler kostenlos sind.

Deutsche und afrikanische Universitäten bräuchten mehr Wissen voneinander und sollten gemeinsam an globalen Lösungen arbeiten, um - so der Appell von Prof. Mukherjee am Ende seiner Rede -das "planetarische Denken" zu ermöglichen und zu fördern.

Erste Reihe von links nach rechts: DVC Research, Innovation and Outreach der Kenyatta University Prof. Gravenir, DAAD-Präsident Prof. Mukherjee, DVC Academic Affairs Prof. Okumu.