Das Auswärtige Amt und der Deutsche Akademische Austauschdienst gründen mit dem „Hilde-Domin-Programm“ ein neues Stipendienprogramm für Studierende und Promovierende, denen in ihren Heimatländern die Möglichkeit zu Studium oder Promotion verwehrt wird.

Weltweit gerät die Freiheit der Wissenschaft zunehmend unter Druck: Forschende und Studierende werden vielerorts für ihre Arbeit oder ihren Einsatz für Demokratie und Freiheit verfolgt, oder an der Fortsetzung ihrer Forschung oder ihres Studiums gehindert.

Das neue Hilde-Domin-Programm (vollständiger Titel: „Students at Risk – Hilde Domin Programme“) soll Studierenden und Promovierenden, denen in ihrem Herkunftsland das Recht auf Bildung verwehrt wird, die Aufnahme oder Fortführung eines Studiums in Deutschland unter sicheren Rahmenbedingungen ermöglichen. Für das Auswärtige Amt ist die Wissenschaftsfreiheit nicht verhandelbare Grundlage von Demokratien.

Außenminister Heiko Maas betonte:

„Mit dem Hilde-Domin-Programm öffnen wir einen akademischen Schutzraum für Studierende sowie für Forscherinnen und Forscher, die bedroht oder verfolgt werden. Ich freue mich, dass wir dazu mit 8,6 Millionen Euro bis 2027 einen wirklich substantiellen Beitrag leisten. Im ersten Jahr konzentrieren wir uns dabei auf Belarus und helfen damit genau dort, wo es gerade mit am nötigsten ist.“

Das Programm wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert. Bis zu 50 neue Stipendiatinnen und Stipendiaten im Jahr erhalten eine Förderung bis zum Abschluss ihres Studiums oder ihres Promotionsvorhabens in Deutschland. Das Auswärtige Amt erweitert damit seinen Einsatz für Wissenschaft und Forschung weltweit und möchte an die Erfolge der Philipp-Schwartz-Initiative der Alexander-von-Humboldt-Stiftung für gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anknüpfen.

Hintergrund

Namensgeberin für das neue Stipendienprogramm ist die Kölner Lyrikerin und Schriftstellerin Hilde Domin, die zunächst in Deutschland und ab 1932 in Italien studierte. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war ihr eine Rückkehr nach Deutschland auf Grund ihrer jüdischen Herkunft verwehrt. 1939 floh Domin in Reaktion auf die italienischen Rassengesetze von 1938 über das Vereinigte Königreich in die Dominikanische Republik, wo sie ihre Schriftstellerkarriere begann. 1954 kehrte sie nach Deutschland zurück. Von 1961 an lebte und publizierte sie in Heidelberg und wurde als Vertreterin des „ungereimten Gedichts“ weltbekannt.

Zum Nachlesen

Auswärtiges Amt (14.04.21): Videogrußwort von Außenminister Heiko Maas anlässlich der Eröffnung des Hilde-Domin-Programms